Es Baluard

Es Baluard, das Bollwerk, gelegen in einer ausgesuchten Lage über der Flaniermeile Paseo Marítimo, ist eins der bedeutensten Museen in Palma.

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Das Es Baluard mit seiner Gesamtfläche von 5.000 m² verfügt es über eine wichtige Sammlung zeitgenössischer Kunst und eine erlesene Sammlung an Gemälden, Zeichnungen und Skulpturen von Künstlern, die den bedeutendsten internationalen Tendenzen seit Ende des 19. Jahrhunderts angehören. Man kann u. a. Werke von Cezanne, Gauguin, Picasso, Miró, Magritte, Polke, Barceló oder Schnabel finden, sowie eine Sammlung mediterraner Landschaftsbilder und Gemälde von Künstlern, die eng mit den Balearen verbunden sind, wie Santiago Rusiñol, Anglada-Camarasa oder Gelabert.

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Neben der ständigen Ausstellung veranstaltet das Museum auch Programme mit temporären Ausstellungen, wie z.B. im letzten Jahr eine Sonderausstellung zu Tony Catany, der sich auf Stillleben, Akt- und Porträtfotografie spezialisiert hat.

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Ein Rundgang: Über einen weiten Eingangsbereich…

…mit den ersten Exponaten…

…geht es am offen verglasten Eingang mit Café & schrecklichem Service links…

…und buntem Buchladen rechts…

…über den Eingangsbereich in das Sichtbeton-Bollwerk.

Ich stehe auf Sichtbeton. Absolut. Total! Gradlinig. Schlicht. Kühl. Monolithisch.
Bin angetan. Wird man merken. Rechtsrum gehts rein, zum Sala Miró…

…und gegenüber…


…durch realities/ fictions (eine Adaption & Installation von Zeichnung, Video & Foto)…

…in die weitere Ausstellung moderner Kunst…

…zu…

…modernisme i postmodernitat…

…und über scheinbar endlos lange Gänge…

…in deren Scheitelpunkt Exponate geduldig harren…

…an weiteren Exponaten vorbei…

…ins obere Stockwerk zu Picasso.
Gänge, Sichtbeton, Edelstahl, klare Linien…

…verschmelzen selbst zu einem Kunstwerk. Mein Ding. Bin Beton-Junkie.

Zu langer Rundgang? Müde? Augen schon dick? Ich schäme mich. Echt.

…aber habe noch Fotos übrig und die müssen weg. Also weiter.
Neben Einzelexponaten…

…wird Picasso ein kompletter Raum neben einer Galerie gewidmet…

…von welcher man einen schönen Ausblick auf die unteren Räume…

…und den Eingangsbereich hat…

Über weitere Gänge…

…geht es hoch zur Dachterrasse mit Rundumblick über die Anlage und Palma:

Oben kann man nur noch vom Dach hüpfen oder den Rückweg antreten.
Klar ausgeschildert…

…geht es dieselben Gänge wieder retour, monoton, grau, Tunnelgleich…
nur ein gelber Farbtupfer am Ende weist den Weg…

…weiter, jeder Gang laservermessen, Licht & Schatten wechseln sich ab…

…selbst der Aufzug wird zum Kunstwerk…

…die Wege immer länger, nicht endend, „Wandrers Nachtlied“ holt mich ein…

   

Ich bin müde…

Gud Nacht

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Fundació Pilar i Joan Miró: In’sight‘ The Gaudí Series

Fundacio Miro

Fundació Miró

This series in a separated part of the Fundació Miró holds a print series by Joan Miró dedicated to the great Catalan architect Antoni Gaudí, whom Miró met in younger years while he was attending drawing classes at the Cercle de Sant Lluc. Miró admired Gaudi all his lifetime, and considered Gaudí’s works as one of his sources of inspiration. Miró decided to prepare this series, created at the Son Boter studio and printed in Barcelona in 1979 in an edition of 50, carefully in advance. For this purpose Miró contacted artist-engraver Joan Barbarà before proceeding, Barbarà later assisting him in the Gaudí series.

The Gaudí series comprises 21 prints in which Miró used all conceivable resources, ranging from most innovative methods, such as etching, collage, sugar-lift aquatint, carborundum and embossing to traditional techniques. The Fundació Pilar i Joan Miró holds all the original designs that were used as a starting point for this series:

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„Möge mein Werk

wie das von einem Maler vertonte Gedicht sein.
[…] Sehr, sehr langsam arbeiten,
mit der Würde eines alten Handwerksmeisters,
der seine Arbeit verrichtet;
nur so wird Schönheit und Beständigkeit
in der Materie erreicht.“
Joan Miró

Mallorca and interpretation of landscape. Works from the Es Baluard Collection

Esbaluard landscape (44)
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The exhibition ‚Mallorca and interpretation of landscape‘ presents a selection of works from the collection of the Es Baluard Museum that were created between 1872 and 1934, and depict the natural landscape of Majorca and the urban environment of the town of Palma.

At the onset of the 19th century the island became the chosen destination of writers and artists. Within the artistic realm, the Mallorcan context of the 19th century was linked to Romanticism and French Realism, with the portrait and genre focussing on traditional regional customs, historical paintings and landscape as a main genre.
29 paintings by artists such as Joaquín Sorolla, Santiago Rusiñol and Hermen Anglada-Camarasa, among others are presented as part of this movement on Mallorca. The group of paintings in the selection portrays a variety of landscapes and settings in Majorca, and particularly scenes from the Sierra de Tramuntana mountains (Valldemossa, Deià, Sóller, Pollença…).

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Works by: Ricard Anckermann, Hermen Anglada-Camarasa, Francisco Bernareggi, Pedro Blanes Viale, Llorenç Cerdà, Tito Cittadini, Vicenç Furió Kobs, Joan Fuster Bonnín, Joan Antoni Fuster Valiente, Antoni Gelabert, Sebastià Junyer Vidal, Eliseu Meifrèn, Joaquim Mir, William Degouve de Nuncques, Cristòfol Pizà, Antoni Ribas, Francesc Rosselló, Santiago Rusiñol and Joaquín Sorolla.

Es Baluard, ‚insight‘ Picasso Ceramics

Es Baluard (55)

Picasso Ceramics

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As this museum is too big to introduce in one post, I decided to move from exhibition to exhibition from now on. Today its an ‚insight‘ the ‚Picasso Ceramics‘, a permanent exhibition at the Es Baluard.

Picasso decided in 1946 to visit the pottery exhibition in Vallauris (Golfe Juan) with his friend Louis Fort, and was introduced to Suzanne and Georges Ramié, the owners of a Madoura Pottery stand, who invited him to their Pottery workshop in Vallauris.
Satisfied with his first three works he made at that time, he returned a year later in order to have his own workshop, and inspired by his portfolio of sketches he began a long and very productive partnership with the Madoura team. They shared their vast experiences, all the material he needed, and tought him all the secrets of ceramics, so Picasso, in his artistic language of great diversity, transformed the role of these essentialy functional objects into works of art, ranging from vases, sculptures, plaques to even a complete dinner service (633 pieces in 24 years).

Fundacion Pilar e Joan Miro

Der Meister und Wegbereiter des Surrealismus und der abstrakten Kunst…

…mit einer ihm eigenen Dynamik und spielerischen Leichtigkeit, von den Gemälden bis hin zu Skulpturen und Keramiken, ermöglicht hier auf 600m² Ausstellungsfläche in der ‘Espacio estrela’ (dem Sternsaal des Museums) einen Einblick in seine Arbeit.

Das Museum nicht so groß und weitläufig wie das Es Baluard, gebaut nach einem Entwurf von ‘Rafael Moneo’ wurde 1992, nachdem Miró bereits 1981 seine Ateliers samt den darin enthaltenen Werken der Gemeinde Palma schenkte, in die im gleichen Jahr gegründete Stiftung ‘Fundació Pilar i Joan Miró a Mallorca’ eingebracht.

Nach Barcelona die zweite Stiftung, deren Gründung Miró wie folgt erklärte: […] ich wünsche nicht, dass eines Tages an dieser Stelle irgend einer dieser schrecklichen Wolkenkratzer gebaut werde, die mich von allen Seiten umringen […]”.

Die Architektur setzt architektonisch Mirós Liebe zum Meer um, mit großen Wasserflächen auf dem Dach, wohl um einen optischen Übergang zum Meer zu schaffen:

Auf dem Museums-Grundstück auch ein von Mirós Freund ‘Josep Lluís Sert’ bereits 1955 gebautes Atelier (rechts), erstaunlich modern mit Dächern in Form von Mövenflügeln, farbigen Türen und Fenstern. Ganz Miró. Ganz schön bunt:

Miró skizzierte bereits in jungen Jahren, in sich gekehrt und verträumt, und wurde doch vom Vater in eine kaufmännische Ausbildung gedrängt. So ging Miró parallel zwei Wege: den der Ausbildung um dem Vater zu gefallen und gleichzeitig besuchte er die ‘La Escuela de la Lonja’ an der auch Picassos Vater lehrte und Picasso selber eingeschrieben war. Zu dieser Zeit noch blutiger Anfänger studierte Miró die Techniken Urgell Ingladas, José Merisa und Pasco, der ihn lehrte so frei wie möglich zu arbeiten. Pasco war es auch, der Miró die farbenfrohe Vitalität der katalanischen Volkskunst nahebrachte, was einer Erlösung Mirós gleichkam.

Mit Abschluss seiner Aubildung musste Miró in eine Festanstellung als Buchhalter wechseln. Ein Nervenzusammenbruch und Typhus waren die Folge, was den Vater letztendlich überzeugte dass dieser Weg für Miró der falsche sei. So schrieb Miró auch in sein Tagebuch: “Streit mit der Familie, die Malerei für die Büroarbeit an den Nagel gehängt – Katastrophe: mache Zeichnungen in die Bücher und werde natürlich gefeuert”.

Die Bestände im Museum hauptsächlich Werke aus Spenden Mirós, seinen Ateliers und Werkstätten auf Mallorca und dem Gelände, wo er bis 1983 lebte und arbeitete.

Ein Rundgang, der nach Betreten des Sternsaals direkt in die Hauptausstellung mit Öl- und Acrylbildern führt, nicht zwingend in chronologischer, sondern mehr gegenüberstellender Folge verteilt. Links eine Sammlung die Mirós Nähe zu Dichtern aufzeigt, illustrierte er hier doch teilweise mit einer neuen Technik, der Buchsbaum-Gravierung, ein von ‘Joäo Cabral de Melo’ verfasstes Essay über ihn selbst:

Drei Formen finden sich häufig in vielen seiner Werke: ein roter Kreis, ein Mond und ein Stern,  Kinderzeichnungen gleich, rätselhaft und teils ironisch. Tiergestalten, verdrehte geometrische Formen, die Arbeit unzähliger Vorstudien und Entwürfe:

Die Räume weit, immer wieder mit Akzenten die Spielraum zur eigenen Interpretation lassen:

Die Bilder dem Publikum vertraut, verspielt, von Miró bis zu dem Punkt erweitert wo sich die Malerei mit der Poesie trifft. Miró ein Visionär, der sich bis in den Bereich des Mythos bewegte, universelle Wahrheiten und Rhythmen berührend:

Er experimentierte viele Jahre, sein Stil von Formen und Linien gekennzeichnet, Farben und Themen Stimmungsabhängig, Traumbildern gleich:

Miró als Rätsel, unerschöpflich scheint die Erfindungsgabe, Aquarelle und grafische Arbeiten der 60’er und 70’er Jahre mit leuchtenden Farben wechseln sich ab…

…mit Werken deren Farbgebung reduziert erscheint, reduziert bis zur Unfarbe Schwarz:

Überall verteilt auch seine ‘Objects trouves’, kleine und große organische, amöbengleiche Figuren ohne feste Körperform, Skulpturen und Keramiken, eingebunden in die Ausstellung, den Garten, die Kreativität Mirós grenzenlos aufzeigend…

aus Stahl, Draht, Bronze oder Beton, banalen Gegenständen, mallorquinischen Figuren, Spielzeugen oder gesammeltem Strandgut geformt. Genie oder Wahnsinniger? Abstrakt allemal:

Bestechend die großzügig angelegte, lichtdurchflutete Architektur des Museums…

..und das (eher weniger vertretene) Publikum:

Biblioteca B. March

Im Stadtpalais ‘Palau March’ von Bartolomé March Servera, dem Sohn des Unternehmers Juan March Ordinas, gelegen an der Kathedrale und dem Plaça de la Reina, ist unten im Gebäude mit seiner großzügigen Außenterrasse und Skulpturen von Auguste Rodin, Henry Moore und Eduardo Chillida die Bibliothek der Stiftung untergebracht.

Diese ist auf Themen der Balearen spezialisiert. Hier finden sich Bücher (die Bibliothek der Stiftung geht bis ins 16. Jahrhundert zurück und enthält mehr als 2000 Manuskripte, Dokumente, Kodexe, Autogrammserien und 60 000 Buchbände & Zeitungen), Schatullen aus dem 12. und 16. Jahrhundert und eine einzigartige Sammlung der mallorquinischen Kartographie.