Fundació Pilar i Joan Miró: In’sight‘ The Gaudí Series

Fundacio Miro

Fundació Miró

This series in a separated part of the Fundació Miró holds a print series by Joan Miró dedicated to the great Catalan architect Antoni Gaudí, whom Miró met in younger years while he was attending drawing classes at the Cercle de Sant Lluc. Miró admired Gaudi all his lifetime, and considered Gaudí’s works as one of his sources of inspiration. Miró decided to prepare this series, created at the Son Boter studio and printed in Barcelona in 1979 in an edition of 50, carefully in advance. For this purpose Miró contacted artist-engraver Joan Barbarà before proceeding, Barbarà later assisting him in the Gaudí series.

The Gaudí series comprises 21 prints in which Miró used all conceivable resources, ranging from most innovative methods, such as etching, collage, sugar-lift aquatint, carborundum and embossing to traditional techniques. The Fundació Pilar i Joan Miró holds all the original designs that were used as a starting point for this series:

.
„Möge mein Werk

wie das von einem Maler vertonte Gedicht sein.
[…] Sehr, sehr langsam arbeiten,
mit der Würde eines alten Handwerksmeisters,
der seine Arbeit verrichtet;
nur so wird Schönheit und Beständigkeit
in der Materie erreicht.“
Joan Miró

Aba Art

Ein Metzgerei-Stand in der Markthalle Son Espanyolet. Heute auf der Einkaufsliste ‚250 gr. de tacón‘. Oder auch: Das lukrative Geschäft mit dem Beil und allem was sich blutig rot durch den Fleischwolf drehen oder an die Decke hängen lässt. Wer eine schwachen Magen oder Herzfehler hat sollte spätestens jetzt umschalten.

José Miró, feist und fett, standesgemäß mit Gummistiefel und Kittel in Weiß, Meister seines Fachs mit Hammer, Zange, Kneipmesser, Spitzknochen und dem Stahl- oder Schweinsborsten.

Im Metzgerei-Stand bei der Arbeit beobachtet.

José Miró, blutig gelebter Teil einer handwerklicher Fiktion. Nachwuchssorgen im Handwerk? Undankbar geht’s dort heute zu, angefixt von einem Wiener Würstchen oder einer Scheibe Pressack sind wir, das Geschäft mit Fleischerhaken und Co., Aufschnitt-Theke und Blutbottich wird verdrängt. Tot machen ist doch kein Beruf, so denkt man und verputzt einen Big Mäc nach dem anderen.

Der Reiz von Messern, Beilen, Gummischürzen und Kettenhandschuhen somit eher was für ausgewachsene Fetischisten?

Ruhig ist es hier, sehr ruhig, als möchte man freundlich schlachten, Stresshormone vermeiden, den letzten Gang mit allerlei technischen Raffinessen ausgestattet erleichtern. Keine Muskelzuckungen, kein Geruch nach Stall oder dampfenden Körpern. Miesepeter und notorische Nörgler werden hier keinen Verstoß gegen artgerechte Haltung und einen ebensolchen Transport finden.

In Neopren gewickelte Fleischwurst, ein Stück Fleisch zur Triebbefriedigung? Vor meinen Augen laufen ‘The Rocky Horror Picture Show’ und das ‘Kettensägemassaker’ ab, herrlich humorig, martialisch, hemmungslos splattrig:

Heute wird der neue Fleischwolf angetestet. Der ‚Metzger‘ als Künstler. Oben rein in den Trichter mit dem Zeugs, unten blutig rot wieder raus. Rotierende Messer- und Lochscheiben zerkleinern, mahlen, quetschten und vermengen, ob roh oder unbehandelt: Alles wird als mehr oder weniger fein zerkleinerte Masse ausgespuckt und abgewogen:

Ein Exzess, magenbelastend scheint das Blutbad, andererseits unwiderstehlich und lässig. Stilvolles Dunkel herrscht vor, die Fliesen verschmiert, das Rot des Blutes manchmal überbordend, der Ort, die Fleischerei, an der Grenze des Erträglichen, irgendwo zwischen Ekel und Bewunderung. Preislisten zeigen den Wa(h)ren-Wert auf. Mir ist das alles zu teuer:

Stil ist nie eine Frage des Inhalts, nur der Verkleidung.

Nando Esteva und José Miró: ‚250 gr. de tacón‘. Symbiose von Fotografie und Modedesign. Designer Miró nahm für diese ungewöhnliche Präsentation seiner Schuhkollektion 18 Kilo zu, schlüpfte in ein Feinripp-Unterhemd und band sich die Latex-Schürze um. Dann drückte er rote Samtschuhe durch den Fleischwolf und zerhackte auf einem blutgetränkten Brett weiße High Heels.

Eine ungewöhnliche Idee, perfekt umgesetzt. Prädikat: Sehenswert.

PalmaPhoto 2012