Varadero

Aus aktuellem Anlass aktualisiert: Café del Mar meets Palmas Cathedral meets Höhlenbewohner.

Palma hat eine gläserne Panorama-Bar, “Varadero”, am Ende der alten Mole Muelle Viejo/ Moll Vell. Das Meer, die östliche Altstadtskyline (gen Westen steht ein Haus), die Kathedrale: alles bestens im Blick.

Angesagte Szene-Location? Jo, könnte man draus machen, aber es wird geschludert was das Zeig hält. Von Speisekarten die ihre besten Tage vor Jahren hatten, ungeputzen Gläsern bis zum Grünspan auf dem Klo (wer hier was fallen lässt sollte sich das bücken sparen): hier könnte ich mich austoben. Die Lage verdient 4 Sterne, aber der Grünspan…

Snack und Drinks auf der Terrasse: klar, das Angebot ist da. Ich nuckel aber lieber aus der Flasche. Wer einen Vorrat Immodium dabei hat oder im früheren Leben Algentaucher war kann sich natürlich auch gerne einen Cocktail oder ein Eis bestellen.

Günstig ist es hier: Hotdrinks ab €1.50, Cervezas ab €2.45, Spirituosen ab €3.50, Cocktails ab €7.00, Sandwiches ab €3.00, Baquettes ab €3.50, Salate ab €7.00, Raciones ab €5.95, Fisch ab €7.95 (mutig, wer den bestellt).

Der Kalauer zum Abgang:
“Alles klebt, alle picht, bloß ich…
.
.
nicht”

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Liveticker von der Deppenfront:
Am Nachbartisch ist ein klassischer Höhlenbewohner vom Ballermann aufgeschlagen. Wer hat den nur aus der Bettenburg gelassen? Haben die keine Schlösser an der Tür? Ich plädiere ja seit längerem für Kontrollen zwischen Schinkenstraße und Innenstadt.

Gesprächsaufbau an die Heimatfront:

“Hallo…?”
.
.
“Hallooo…?”
“HALLLLOOOO…”
(jetzt schreit er ins Telefon, Arm ausgestreckt, stumpfsinnig starrend, als ob ihm das Telefon auf die Entfernung antworten würde).

Ich beuge mich vor, sie schaut, ich sage freundlich “Guten Abend”. Sie, wohl den heutigen Sonnenbrand noch nicht ganz verdaut, grüßt freundlich retour, er schaut wie ein Eichhörnchen das eben den Ast verfehlt hat.

Ich: “Wollte nur anmerken, ich bin Hörgerätevertreter, falls ihr Gatte Bedarf haben sollte…”

Sie kaut weiter auf ihrem Sonnenbrand rum, offensichtlich ist sie nicht allzu schnell in Ihrer Auffassungsgabe, und das Eichhörnchen penetriert sein Umfeld fleissig weiter, denn:

Dingeling, die Connection zu den daheimgebliebenen Ballermännern steht:
“Hallo? Ja servus, dös SCHEIXX Delefon…”
(man merkt: er hat zu billig eingekauft)

“Jo, mir san grad im Varateroo…, wasst scho…, dou an der Kathedrale…”
(da kann man ‚dranner‘ sein, das nur am Rande)

“Woarst ah scho dabei..”
(alle weitgereist wie man hört, und das Lokal wird noch tiefer in die Familienbanalitäten eingeweiht…)

“37g Grod hods dou…, jouu, es Wedder iss gouad…, mir woarn heid am Strand…, Katzenberger…, Hausmaster…, Aufdrooch…, gähts goud?…, mir worn heit am Strand…, warm woars…”
(die Banalitäten prasseln nur so auf uns nieder, es regnet Stumpfsinn, am Strand war man offensichtlich mehrfach, man fragt sich warum der nicht am Nordpol weilt: da wäre es jedenfalls nicht warm).
.
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“Also, Iii lech etz auf, Grüße…”

Die Spanier tun mir leid. Wer hat die Art Hotelliegen-Blockierer nur ins Land gelassen? Aber die Engländer nehmen sich da auch nicht viel. Die trinken grad nen Liter Wasser: bei Fosh…