Starbucks – Flughafen Frankfurt

Ich bin kein großer Fan von Starbucks, aber am Flughafen nimmt man das was das Terminal so hergibt, und Starbucks bietet netterweise noch WLAN.

Einen Espresso, bitte!

“Taaalll oder Graandeee?”  

Nur einen normalen Espresso, bitte.
(Es gibt nur eine Art Espresso, alles andere sind Variationen. Wenn ich eine Variation wollte, würde ich eine bestellen).

“Ja, aber eine Einfachen oder einen Doppelten?”
(Habe ich gesagt, dass ich einen Espresso Ristretto oder Dopio will? Nein, kann mich nicht erinnern. Ich bat nur um einen Espresso, und ich beginne schon zu Schwitzen. Ich will nicht schwitzen, wird im Flugzeug nur unangenehm auffallen. Ich will doch nur einen Espresso).

Nein, nur einen normalen Espresso, bitteee.

“Okeee” (sie nimmt sich einen Papierbecher, einen Stift, markiert zwei Linien…).

(Ich sehe mich bereits Headbanging auf dem Tresen).

Nur einen Espresso,….. biddäää…
(Verzweiflung macht sich breit).  

(sie schaut, als sei ich eben aus Kasachstan eingeflogen worden. Ein Espressosüchtiger Kasache. Die Schlange hinter dem Kasachen wird länger und länger).

“Ookayy. Einen Espressooo Solooo”…
(“Solo”? Der Espresso nicht verheiratet oder verlobt?).
.
.
.
“Äaspressooo Solooo für Boooooraat…”
(Grummel: kein Wasser zum Espresso. Borats bekommen kein Wasser).

Ich bin froh, dass ich nicht etwas anderes bestellt habe. Ich hätte auch die dritte Größe angeboten bekommen (Venti), hätte diskutieren müssen über Variationen des Geschmacks wie Haselnuss, Karamellsoße mit oder ohne Aroma, Schoko-, Himbeer-, Kokos-, Mandel- und Pfefferminze in meinem Kaffee. Mixes, Dips oder Spreads auf oder in meinem Cappuccino oder Frappuccino, mit oder ohne Voll-, Mager-, fettarmer oder laktosefreier Milch.
Sogar mit Soja hätte man mich beworfen. Koffeinfrei, Blended oder auch Vegan.

Wer erfindet sowas nur? Irgendwann wird die Altölindustrie in die Idee einsteigen. Alles irgendwie gleichzeitig weich, glatt, gesund, fett(frei) und natürlich Flavoured….
(“Entscheiden Sie, schnell, die Schlange…”)

Borat, warum hämmerst du deinen Kopf auf den Tresen…?”
(Die Schlange hinter Borat zieht sich inzwischen durch drei Gates. Stau in der Abfertigungshalle. Jemand alarmiert die Flughafenpolizei…).

Nein, Fan wurde ich auch hier nicht. Aber für das kostenlose WiFi gibt es wie immer meine Empfehlung

———————————————————————-

Update eine Woche später: da schlägts doch gleich mal dreizehn. Starbucks wird immer eigenartiger.

Den Espresso gibt es jetzt im dezent-stylischen Pappbecher (Porzellan ist out), der Löffel wird offensichtlich in kunstfertiger Handarbeit aus einem Stück Holz geschnitzt (ja sind wir hier in Afrika?): man ist also im Recyclingzeitalter angekommen.

Der “Barista” (kicher) erklärt uns allen Ernstes das sei immer so wenn man nicht explizit (‘tschuldigung, ich Doof, ich) nach einer Tasse fragt: der hat ein ausgeprägtes Kurzzeitgedächtnis, waren wir doch letzte Woche erst…..

Bin froh dass ich für mich keinen Smoothie bestellt hab. Was macht man mit dem? In die Hand schütten? Noch einen Cookie mit auf den Weg? Mund auf, draufbeissen, zahlen, gehen…

Die Sirene umschmeichelt politisch korrekt (barbusig war irgendwie netter) meinen um 5 Cent überteuerten Papp-Espresso: kann man sich schon keine Porzellantassen mehr leisten wird vorsichtshalber auch gleich das Wechselgeld des Gastes ungefragt einbehalten.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s