Lebenskünstler

Mal was anderes. Was von der schweißtreibenden Sorte. Die ‘Farbtupfer’ in Palmas Einkaufsstraßen und zentralen Plätzen. Dachte ich lass denen auch mal etwas Online-Aufmerksamkeit zukommen. Mancher von denen bekommt nicht mal Offline Aufmerksamkeit. Street-Art-Performance in sengender Mittagshitze. Da braucht es kein Solarium mehr.

Links: Irgendwo auf der C/ Miquel: Eine Kombo ‘Norweger’^^.
Spielen hier unverkennbar schon seit einigen Jahren und rocken regelmäßig die Straße:

Rechts: Eine Band mit Teufelsgeigerin. Teuflisch gut. Nett anzuhören, singen a cappella. Flotte Musik, erinnert an ein Irish Folk Revival.

Links: Er bringt einen Hauch Australien nach Palma…

Rechts: …und die beiden einfach ihre Gitarren mit. Mir fehlen da aber irgendwie die Jongleure, Feuerschlucker, Comedians und Artisten in der Performance.

Links: Forn del Raco. Eine Gruppe Capoeira-Tänzer, brasilianische Kampfkunst. Erstmalig dieses Jahr gesehen, vielleicht auch letztmalig. So offen Mallorca mit Lebenskünstlern umgeht, diese wurden nicht lange an einem Platz geduldet. Die Flugbahn wohl zu oft Richtung Passanten ausgerichtet. Wohin aber sonst sollte man schon fliegen in einer Fußgängerzone?

Rechts: Immer am Plaça Major. Eine Mutation aus George Washington, Martin Luther King und Roberto Blanco. Kommt mit Krücke, kaputtem Bein und sitzt so den ganzen Tag starr in der prallen Sonne. Irre. Schreibt gegen Bezahlung imaginäre Sätze in sein Buch. Nicht mehr bei mir wenn ich was in den Topf werfe. Soll sich die Luftnummer sparen: Lupft nur ein Lid, lächelt kurz und frönt weiter seinem aufkeimenden Hitzschlag.

Links: Plaça Major. Szene aus Alexander Puschkins ‘Märchen vom Fischer und dem Fisch’. Dimitri der Bulgare mit Netz und Boot, heute ohne Dimitri. Offensichtlich gabs eine Meuterei:

Rechts: Auch am Plaça Major. Der Clown. Ballon-Schrauber, Ortho-Aktiv Mitglied und Bobs Kumpel. Beobachtet traurig Dimitris Boot. Hat wohl die Meuterei miterlebt.

Links: Plaça Major. Ein Pärchen dessen Konzept ich bis heute nicht verstehe.
Vielleicht ja Umsetzung dessen, für das man zu Hause kein Geld bekommt^^:

Rechts: Plaça Major. Noch ein Kostümkünstler der ruhigen Sorte. Bewegt sich nicht viel. Gar nicht. Exponierte Lage, aber er macht nichts draus. Vielleicht sollte er Dimitris verlassenes Boot hinter dem Tor entern… Könnte spaßig werden.

Links: Forn del Raco. Ein Kumpel im Steh-Streik. Dem Bergbau auf Malle wurden von der EU die Subventionen gestrichen. Sollte sich vielleicht einen anderen Platz suchen, man hält ihn doch glatt für eine Performance-Nummer:

Rechts: ok, der Gag ist durchschaubar. Der war schon bei David Copperfield nicht gut.

Links: Forn del Raco. Physiker von Beruf, bringt den Passanten anschaulich das Prinzip des Freischwingers nahe. Geduldig der Mann, seine Schüler rätseln manchmal noch beim dritten Durchgang. Eindeutig 90% Sitzenbleiber unter den Zuschauern:

Recht: Am Paseo Maritimo auf dem Weg zum Hafen. Der Mann mit dem goldenen Stock. Schläft meistens im Stehen. Wäre lieber der ‘Mann mit dem goldenen Colt’ um den Bengel zu erschießen der ihn 3x ohne Obolus geknipst hat.

Zurück zur Plaça Major.
Links ein Paulchen Panther für Arme. Das Kostüm so scheixxe geschneidert dass der Gute da mit einem Dauerfluntsch steht. Mundwinkel auf halb Acht. Und halb Fünf. Beide. Täglich. Wenn man dem ins Gesicht schaut ist die Woche gelaufen. Ein Gang zum Schneider wäre angeraten: 1x Facelifting mit dem 12er Garn, bitte:

Rechts: Bernd-das-Brot bei KiKa rausgeflogen und jetzt als Dauer-Depri-Flopp in Palma?
Oder kurzarmige SpongeBob-Kopie, Quäk-Schwamm mit Hang zur Naivität der in dieser Gegend mehr mit seinem Klarinettenspiel oder Ausdruckstanz begeistern könnte. Macht er aber nicht. Steht nur rum.
Bob deprimiert jeden Passanten der nicht rechtzeitig abbiegt. Da reißen es auch die Ortho-Aktiv Luftballons als Arm-Ersatz nicht raus. Griesgram mit stabiler Grunddepression, trotz bunter Außenoptik. Man kanns wirklich untertreiben beim Kostüm-Motto. Noch einer dem man viel Geld geben sollte: Dann kann er mit Paulchen beim Schneider gleich Mengenrabatt rausschinden.

Lebenskünstler: Einige kreative Köpfe machen Palmas Fußgängerzonen zu kleinen Theaterbühnen. Nicht immer großes Kino, aber eine Leistung die honoriert werden sollte.
Da aber ziehts den umstehenden Kunstarschbacken mit der neuen Digi-Cam und der grad frisch gefüllten Speicherkarte dann doch die Finger zusammen. Ätzend.

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