Fundacion Pilar e Joan Miro

Der Meister und Wegbereiter des Surrealismus und der abstrakten Kunst…

…mit einer ihm eigenen Dynamik und spielerischen Leichtigkeit, von den Gemälden bis hin zu Skulpturen und Keramiken, ermöglicht hier auf 600m² Ausstellungsfläche in der ‘Espacio estrela’ (dem Sternsaal des Museums) einen Einblick in seine Arbeit.

Das Museum nicht so groß und weitläufig wie das Es Baluard, gebaut nach einem Entwurf von ‘Rafael Moneo’ wurde 1992, nachdem Miró bereits 1981 seine Ateliers samt den darin enthaltenen Werken der Gemeinde Palma schenkte, in die im gleichen Jahr gegründete Stiftung ‘Fundació Pilar i Joan Miró a Mallorca’ eingebracht.

Nach Barcelona die zweite Stiftung, deren Gründung Miró wie folgt erklärte: […] ich wünsche nicht, dass eines Tages an dieser Stelle irgend einer dieser schrecklichen Wolkenkratzer gebaut werde, die mich von allen Seiten umringen […]”.

Die Architektur setzt architektonisch Mirós Liebe zum Meer um, mit großen Wasserflächen auf dem Dach, wohl um einen optischen Übergang zum Meer zu schaffen:

Auf dem Museums-Grundstück auch ein von Mirós Freund ‘Josep Lluís Sert’ bereits 1955 gebautes Atelier (rechts), erstaunlich modern mit Dächern in Form von Mövenflügeln, farbigen Türen und Fenstern. Ganz Miró. Ganz schön bunt:

Miró skizzierte bereits in jungen Jahren, in sich gekehrt und verträumt, und wurde doch vom Vater in eine kaufmännische Ausbildung gedrängt. So ging Miró parallel zwei Wege: den der Ausbildung um dem Vater zu gefallen und gleichzeitig besuchte er die ‘La Escuela de la Lonja’ an der auch Picassos Vater lehrte und Picasso selber eingeschrieben war. Zu dieser Zeit noch blutiger Anfänger studierte Miró die Techniken Urgell Ingladas, José Merisa und Pasco, der ihn lehrte so frei wie möglich zu arbeiten. Pasco war es auch, der Miró die farbenfrohe Vitalität der katalanischen Volkskunst nahebrachte, was einer Erlösung Mirós gleichkam.

Mit Abschluss seiner Aubildung musste Miró in eine Festanstellung als Buchhalter wechseln. Ein Nervenzusammenbruch und Typhus waren die Folge, was den Vater letztendlich überzeugte dass dieser Weg für Miró der falsche sei. So schrieb Miró auch in sein Tagebuch: “Streit mit der Familie, die Malerei für die Büroarbeit an den Nagel gehängt – Katastrophe: mache Zeichnungen in die Bücher und werde natürlich gefeuert”.

Die Bestände im Museum hauptsächlich Werke aus Spenden Mirós, seinen Ateliers und Werkstätten auf Mallorca und dem Gelände, wo er bis 1983 lebte und arbeitete.

Ein Rundgang, der nach Betreten des Sternsaals direkt in die Hauptausstellung mit Öl- und Acrylbildern führt, nicht zwingend in chronologischer, sondern mehr gegenüberstellender Folge verteilt. Links eine Sammlung die Mirós Nähe zu Dichtern aufzeigt, illustrierte er hier doch teilweise mit einer neuen Technik, der Buchsbaum-Gravierung, ein von ‘Joäo Cabral de Melo’ verfasstes Essay über ihn selbst:

Drei Formen finden sich häufig in vielen seiner Werke: ein roter Kreis, ein Mond und ein Stern,  Kinderzeichnungen gleich, rätselhaft und teils ironisch. Tiergestalten, verdrehte geometrische Formen, die Arbeit unzähliger Vorstudien und Entwürfe:

Die Räume weit, immer wieder mit Akzenten die Spielraum zur eigenen Interpretation lassen:

Die Bilder dem Publikum vertraut, verspielt, von Miró bis zu dem Punkt erweitert wo sich die Malerei mit der Poesie trifft. Miró ein Visionär, der sich bis in den Bereich des Mythos bewegte, universelle Wahrheiten und Rhythmen berührend:

Er experimentierte viele Jahre, sein Stil von Formen und Linien gekennzeichnet, Farben und Themen Stimmungsabhängig, Traumbildern gleich:

Miró als Rätsel, unerschöpflich scheint die Erfindungsgabe, Aquarelle und grafische Arbeiten der 60’er und 70’er Jahre mit leuchtenden Farben wechseln sich ab…

…mit Werken deren Farbgebung reduziert erscheint, reduziert bis zur Unfarbe Schwarz:

Überall verteilt auch seine ‘Objects trouves’, kleine und große organische, amöbengleiche Figuren ohne feste Körperform, Skulpturen und Keramiken, eingebunden in die Ausstellung, den Garten, die Kreativität Mirós grenzenlos aufzeigend…

aus Stahl, Draht, Bronze oder Beton, banalen Gegenständen, mallorquinischen Figuren, Spielzeugen oder gesammeltem Strandgut geformt. Genie oder Wahnsinniger? Abstrakt allemal:

Bestechend die großzügig angelegte, lichtdurchflutete Architektur des Museums…

..und das (eher weniger vertretene) Publikum:

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