Bayerische Staatsregierung

Hab gestern ein Bild gemailt bekommen. Bin ganz angetan. Guggst du:

Zu klein? Lange Nacht gestern? Moment:


(Esso-Tanke, Aufsteller vom 04.10.2012)

Klopf klopf. KLOPF KLOPF. Jemand zu Hause? Alkohol nur für Autofahrer?

Heute aus der Serie: Regeln die die Welt nicht braucht, aber trotzdem bekommt.
Bayerns größte Schnapsidee, Schildbürgerstreich ‘Made in Bayern’, oder auch: Wie Fußgänger und Radfahrer neuerdings an der bayrischen Tanke diskriminiert werden.

Wer in Bayern umwelt- und ökologisch korrekt mit dem Rad oder Per Pedes im Wanderjanker Abends an die Tanke kommt, ‘ne Pulle Bier kaufen und einen zwitschern möchte: Nix. Nada. Leer-Lauf. Magengrummeln und Trockenentzug sind angesagt.

Wer seit Juli ohne Autoschlüssel in der Hand die zeitlich befristeten Prohibitions-Zonen betritt und was zum Saufen will sollte lallen wie Detlef Kleinert oder der Franz-Josef (Ex-Liberalitas-Bavariae-Beschwörer) mit 2,x Promille zu besten Bundestags-Zeiten: “Ischh habbb mei Audo da ‘ööörgs’ ummmie Egge gepaarggt. *rülps”.

Statt der Frage nach Treuepunkten und Paybackkarten somit demnächst die neueste Dauerpenetranz an der Tanke-Kasse:

“Noch eine Pulle Schnaps mit auf den Weg, der Herr?”
“Beim Kauf von 2 Kisten Bier gibt’s heut ‘nen Jägermeister kostenlos”.

Den Verkauf von Alkohol an Autofahrer zu verbieten wäre nachvollziehbar, aber so rum…?

Was kommt als nächstes: Eine Promillepflicht für Autofahrer im Freistaat?
Ein schlechter Witz aus einem billigen Groschenroman. Bayern neuerdings auf dem Weg zur Bananenrepublik, Politiker in Ihrer früh-adoleszenten Phase? Die Bayrischen setzen jedenfalls konsequent den §6 des Ladenschlussgesetzes um.

Heißt: Wenn du Nachts noch einen kippen willst ist motorisiertes Vorfahren Pflicht. Beim Alk-kauf ist nicht mehr nur der Volljährigkeitsnachweis zu erbringen, jetzt wird noch der Autoschlüssel dazu verlangt. Ja glaub ich´s denn? Fahren und Saufen sind üblicherweise zwei Dinge die selbst der Multitasking-Fähigste nicht wirklich gut auf die Reihe bringt.

Damit will das Bayerische Staatsministerium für Arbeit- und Sozialordnung wohl die Horden Jugendlicher vermeiden, die sich an der Tanke kistenweise mit Bier eindecken und dann vor Oma Kowalkes guter Stube spasmatisch zuckend ins Koma saufen. Nachvollziehbar.
Komatöse Jugendliche auf dem Gehweg fand ich auch noch nie sonderlich spannend, 33.2 Autos die sich am Stachus bei einer feucht-fröhlichen Bier- und Schnapssause auf der StraBa stapeln sind da wesentlich spektakulärer und bieten gleich einen ganz anderen Unterhaltungswert. Großes Kino!

Wer bringt´s auf den Weg? Das Bundesverfassungsgericht. Klar.
Und wer setzt´s um? Ministerpräsidenten die schon mal klarstellen dass man mit zwei Maß noch Autofahren kann. Prost, sog I. Ja habts ihr denn aus Haiders Meet-and-Greet mit dem Betonpfeiler so gar nichts gelernt?

Der Autofahrer bleibt also in Bayern privilegiert, Radfahrer und Fußgänger die nach einer ökogerechten Ganztages-Tour durchschwitzt an die Tanke kommen können sich seit Juli ans Wasser halten: Eine Gießkanne findet sich immer neben der Zapfe. Prost.

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