Hotel Cruise – Como

Stylish-bunte 5-Stock-Bettenburg meets: Me. Me-zu-meetn soll im Gastro- und Hotelgewerbe keine gute Idee mehr sein, inzwischen (so ich die Gerüchteküche richtig deute) wird schon an einer schwarzen Liste gearbeitet: einer Kurzen. Quasi ein Ein-Akter. Oder Einzeiler. Hauptakteur: Ich.

Irgendwie hab ich mich bisher hinter fast jedem Bistro-Herd und einer mehr oder weniger elitären Hotelszene unbeliebt machen können, vor kurzem auch im Großraum ‘Lugano’ nach meinem Kampf mit den Pinguinen. Kulinarische Katastrophen oder unfähiges Management, ich finde es immer, das Haar in der Suppe respektive der Schüssel.

Zwischenzeitlich erschließt sich mir so auch der Sinn gut gefüllter Mini-Bars: Liegt der Gast platt im Zimmer, reklamiert er nimmer… höhö

Das Hotel Cruise ist ein 4-Sterne-Klotz im Stil einer landschafts-mordenden Rehabilitations-Klinik, eine 218 Zimmer-Bettenburg in einem Gewerbegebiet am Comer See. Vorm Haus sind, bedingt durch die günstigeren Quadratmeterpreise, Parkplätze vorhanden die einer Autoverladestation am Hamburger Hafen zur Konkurrenz reichen könnten, innen der Eingangsbereich nicht weniger großzügig gestaltet. Alles tutto bene.

Das Interieur von der Tür durch die Bar bis hin zu den Aufzügen schick und gut durchdacht. Über das Konzept einer Fusion italienischen Designs, modern, warm & teils indirekt beleuchtet kann man nicht meckern, gefällt mir gut:

Die weitläufigen Flure überwiegend in ein dezentes Rot getaucht vermitteln den Eindruck dass auf dem Zimmer (neben Minibar und kostenlosem WLAN) ein laszives Bergluder auf den Gast wartet. Die Zimmer optisch ansprechend, modern und durchgestylt, alles prima bisher. 4*e:

Dann aber folgt der schon obligatorische Blick ins Badezimmer, und damit auch der mir inzwischen anhängende ‘Griff ins Klo’. Immer wieder. Immer öfters. Vielleicht sollte ich doch mal erst die Mini-Bar…?

So wende ich mich dem Telefon zu um die lokale Toiletten-Terror-Hotline zu konsultieren und das Rätselraten beginnt: Welche Taste mag hier wohl die richtige sein? Will mir der abgebildete Envelope mitteilen ich solle lieber einen Brief schreiben? Ich drücke eine der Schnellwahltasten nach der anderen: Stille. Ich fange an wahllos Nummernfolgen zu drücken, diverse Kombinationen holen mir aber nur (mehr oder weniger verstimmte) Hotelgäste ans andere Ende der Leitung. Dem Bedürfnis einer sauberen Toilette geschuldet und die horrenden Roaming-Gebühren gedanklich ausblendend entschließe ich mich von meinem Handy aus die T-T-Hotline anzurufen:


Dingelingeling

“Hotel Cruise, Martha Pfahl, die Rezeption, wie kann ich Ihnen helfen…? 

Öhm, wir haben da, öhm, so nen, öhm, braunen Fleck unter dem, öhm, Toilettendeckel, hätten sie vielleicht noch jemanden im Haus der gerne seinen Putzfimmel ausleben möchte? ‘ 

“Aba natürlich…, ganz unangenehm…, …blabla… ich kümmere mich. Übrigens, Sie müssen nicht von extern anrufen, Sie können auch auf dem Haustelefon die Taste 9 drücken.”

(Jo, klar, Späßle gmacht, wollen die mich verscheixxern?).

Wir beschließen dem Putztrupp das Feld zu überlassen, suchen die Bar auf. Nach ca. einer halben Stunde begutachte ich das vollbrachte Werk und es folgt (man ahnt es schon) der zweite Griff zum (Haus-)Telefon und der #9 (man ist ja lernfähig):

Dingelingeling
“Hotel Cruise, Martha Pfahl, die Rezeption, wie kann ich Ihnen helfen…?”

Öhm, ich schon wieder, der mit dem, öhm, braunen Dingens unter dem, öhm, Sie wissen schon, Deckel. Was auch immer gemacht wurde, der Putzservice hats offensichtlich im Kreuz und wollte sich nicht bücken.

“Aba natürlich…, noch unangenehmer…, …blabla… ich kümmere mich.”

(Jo klar, mir schwant böses…)

Wir räumen wieder das Feld. Nach weiteren 20 Minuten (ich weiß, langsam wird die Geschichte langweilig) und einem erneuten Blick unter den Deckel wähne ich mich in einer Zeitschleife, greife zum dritten Mal zum Telefon, avisiere einen persönlichen Besuch an der Rezeption, erläutere die Problematik “En Detail” und der Putzservice marschiert ein drittes Mal los.

Um es kurz zu machen: Gesamtgewerbliches Nichtkönnen oder gelebte Ignoranz, heute ein wirklich sauberes Zimmer zu finden ist bald schwieriger als einen 6er im Lotto zu tippen. Auch der dritte Einsatz blieb für das ‘braune Übel’ folgenlos, insofern kann es hier nur schwere Abzüge in der B-Note vergeben, wenn der Gast selber ran muss.

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