Gewürzsouk

Gewürzsouk.

Ein bunter Flyer im Hotel vom Reiseveranstalter nötigte uns mit einem “…da musst du hin!”, zu diesem ”...traditionellen Markt für Gewürze in Dubai, den farbenprächtigen Gewürz-Spice Souk mit seinen duftenden Gewürzen, ein absolutes Muss, da in Europa so nicht ein zweites Mal auffindbar, weil hier allerlei Gewürze aus offenen Säcken verkauft werden”.

Soso. Auslassen geht also gar nicht! Na dann mal rein ins bunte Safran-Allerlei. Was auch immer mich bei der Idee geritten hat. Die Amis haben schon recht: “That souks”.

Zwei Fässer Wasser geschultert (die Sandstürme oder Verkehrsstaus in Dubai können unberechenbar sein), ‘ritsch-ratsch’ vom freundlichen Rundfahrten-Vermittler um je 35 € erleichtert worden, und pünktlich in den Großraumabholer gehüpft. Die Fahrt zum Markt selber kann je nach Hotelentfernung, Verkehrsaufkommen, Kamelen auf der Fahrbahn und der noch aufzulesenden Anzahl weiterer “potentiell staunender Mit-Marktbesucher” zwischen einer Stunde und weeesentlich länger dauern. Ein Kopfkissen, Schlafmaske und diverse Trockenrationen Zwieback einzupacken ist also keine schlechte Idee.

Uns hat die Anfahrt nur eines meiner zwei Fässer Wasser gekostet, wir blieben also bei den (gefühlt) +365,42° noch recht entspannt.

Im Gewürzsouk am Eingang des Deira Old Souk findet man in einer kleinen Gasse, die irgendwo zwischen 50 – 100 Meter lang ist, Geschäfte mit vielen Dingen des täglichen Bedarfs: Gieskannen, Thermoskannen (wofür auch immer, bei der Hitze bleibt der Kaffee von alleine warm), Basecaps diverser US-Sportmannschaften, Badeschlappen, Gewürze, Sonnenschirme als Regenschutz (die verkaufen sich nicht gut), Regenschirme zum Sonnenschutz (die verkaufen sich besser), Kinderspielzeug, Gewürze, Haushaltswaren, Barbiepuppen, Besteck, kleine Plastikkamele, bunte Becher, Haarklammern, Strohhalme, T-Shirts diverser US-Großstädte, Gewürze, iPhone-Hüllen, iPad-Cover, Backformen, Sprühflaschen, Pumpsprayer…. usw usw.

Also gibt es hier so ziemlich alles was der “Werbeflyer-lesende Tourist”, sofern er in Dubai nicht mit Fertigbackmischung und einem Bonsai im Auto wohnt, nicht braucht.

Das einzig Brauchbare gab es natürlich nicht: kleine Handventilatoren. Oder Basecaps mit Propeller. *brrrrmmm*. Die wären ein Verkaufsschlager. Muss bei meinem nächsten Besuch mal ein paar Muster mitnehmen.

Und Verkäufer gibt es. Gefühlt soviele wie rumstehende ‘Säcke’. Also Gewürzsäcke, nix missverstehen.
Wolle Rose kaufen?” (oder wars Rolex?). Auch egal. Alle 23,4cm wird man von vorne, hinten, links oder rechts angehauen: “wolle Rose kaufen?”, “wolle Rose kaufen?”, “wolle Rose kaufen?”.

Kam mir schon vor wie in Rimini zur Hochsaison: “Drink? Cold!” (pakistanischer Verkäufer), “Rolex? Prada? Gucci?” (indischer Verkäufer), “Towel? Cappie?” (marokkanischer Verkäufer), “Kokosnuss?” (endlich was nicht Falsches), “Viagra? Gud!” (wohl ein Verkäufer mit erteilter Approbation), “xeloR؟‏ adarP؟ iccuG؟” (indischer Verkäufer auf dem Rückweg).

Sogar von oqǝu glaubten wir einmal angesprochen zu werden, aber das war nur der Muezzin.

Aber wir sind ja auf dem Gewürzsouk, also will ich die nicht aussparen, die Gewürze. Die gibt es natürlich auch, irgendwo, weiter unten, im Sack, unter DEN Schildern…:


“Der Gewürzsouk. Traditionell und ursprünglich. Musst du sehen.”

Jo klar, Späßle gmacht´, der Flyer….

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